Ort: Iran/Teheran – Urmiah – Isfahan
Themenbereich: Religiöses
Datum: März – 2016

Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen

Der Verfasser dieses literarischen Werkes ist kein geringerer als Friedrich Nietzsche. Zwischen 1883 und 1885 erschien das dichterisch – philosophisch angehauchte Werk des berühmten deutschen Schriftstellers und Philosophen. In hymnischer Prosa wird darüber erzählt, wie ein fiktiver Denker, der den Namen des persischen Religionsstifters „Zarathustra“ trägt, wirkte und seine Umgebung damit veränderte.

Ich muss zugeben, dass mir das Werk nicht bekannt ist und das Studieren des Inhaltes wahrscheinlich viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Doch gerade wegen der Bekanntheit des Werkes war mir die erste, jedenfalls geben es die Quellen so an, monotheistische Religion der Welt, die ihren Ursprung im persischen Raum hat, durchaus ein Begriff.
Im Islam zählt die religiöse Strömung zu den „Schriftbesitzern“ und genießt entsprechenden Schutz.

Wer war Zarathustra eigentlich?

Im ersten oder zweiten Jahrtausend vor Christus verbreitet er als altiranischer Priester, auch als Zaotar bezeichnet, die Lehre des „Ein – Gott – Systems“.
Die Anhänger Zarathustras werden auch Zoroastrier oder Zarathustrier genannt. Das Wissen des Religionsstifters fand selbst in Pakistan und Indien Verbreitung. Hier werden die Gläubigen als „Parsen“ oder auch „Irani“ bezeichnet.

Selbst die alten Griechen befassten sich bereits mit seiner Lehre und bezeichneten ihn als den „Weisen“. Voltaire sah Zarathustra als Vermittler in religiösen Glaubensfragen.

Ansonsten ist es wirklich schwer etwas über die Lehre der „Zoroastrier“ in Erfahrung zu bringen, die in großen Teilen auf die theologische Sichtweise eines Gelehrten namens „Ahura Mazda“ fußt, welcher einen „Schöpfergott“ als elementaren Bestandteil des Glaubens betrachtet hat.
Interessant ist dabei die Tatsache, dass Teile der frühesten Schriften, etwa im 1. Jahrhundert nach Christus, in aramäischer bzw. parthischer Schrift veröffentlicht wurden.
Diese eng mit den vier Naturelementen verwobene Religion durfte ich im Iran, dort wo ihr Ursprung ist, näher kennenlernen. Tempel bzw. Gotteshäuser befinden sich in Urmiah, in Teheran und Isfahan.
Sehr mystisch wurde es, als ich einen Priester darum bat ein Foto von ihm machen zu dürfen und dieser mich daraufhin grimmig ansah und meinte:
„Ich solle nicht in seine Seele blicken. Denn diese gehört nur Gott.“

Für einige Sekunden fixierte er mich, blickte auf meinen rechten Arm, auf dem eine Tätowierung ist und lächelte mich kurz an, bevor er sich wieder seinem Gebet widmete.
Im Iran dürfte es noch ca. 30.000 Angehörige dieser uralten Religion geben.
Tendenz leicht steigend.

Simon Jacob, München, 25. September 2016