Der kalte See

Land: Armenien
Ort: Sewansee/ Provinz Gegharkunik
Datum: 30.11.2015

Ein See, der in etwa 1900 über dem Meeresspiegel liegt und nach der Dunkelheit greift. Rau in seiner Gestalt. Alt in seinem Wissen, welches in den Tiefen des Sees schlummert. Die Schlachten der Vergangenheit, die in und um den See stattgefunden haben, scheinen über die Zeit hinweg eine düstere Stimmung über die Landschaft gelegt zu haben.

Beim Betrachten des Sewansees in Armenien, dem größten Süßwassersee des Landes, keimte genau dieses Gefühl in mir auf.

In der Bronzezeit wurden an dieser Stelle aufwendige Bestattungszeremonien durchgeführt. Argisti, ein assyrischer König und Eroberer, nahm diesen See ein. Inschriften berichten, dass er die Stadt Istiquni erreichte und das Land Qihu einnahm. So gaben vermutlich auch die Uratäer aus dem Königreich Uratri, welches aller Wahrscheinlichkeit nach ein assyrisches Königreich war, dem See seinen Namen. Zur Hochblüte der Perser war der See Teil Armeniens. Im Tal, welches den See umgibt, wurden acht aramäische Inschriften des Artaxias, Gründer der Herrscherdynastie der Artaxiden in Armenien, gefunden. Aramäisch war damals die Staatssprache des Persischen Reiches. Viele andere Könige und Völker folgten nach ihm.

Vielleicht ist es die historische Geschichte, eingebettet im fruchtbaren und doch so düsteren Tal, welches vom dunklen Wasser des Sees umspült wird. Oder die weit oben in den Hügeln gelegenen Kirchen, die beim Betreten dunkel, fast schon prophetisch – magisch wirken. Ahnend, dass die Völker in diesem Land unzählige Schlachten gesehen haben, ohne dass wirklich Frieden und Ruhe einkehren konnte.

Ich bin jedenfalls froh, den hochgelegenen See wieder verlassen zu können. Es ist unser vorletzter Tag in Armenien und eine dunkle Stimmung fing an, sich über unser Gemüt zu legen. Als ich in meinen Gedanken versunken an einem Baum vorbeikomme, schreckt mich plötzlich ein Schwarm Raben auf, der wild flatternd, wie zur Mahnung, in einer dichten schwarzen Wolke um die Krone des Baumes fliegt.

In ein paar Tagen endet nun der angenehme Teil meiner Reise. Bald gehe ich den beschwerlichen Weg, der vor mir liegt. Die dunklen und die Stille zerreißenden Schreie der Raben legen sich wie ein Schatten über mich.

Ich ertappe mich dabei, wie ich die Raben auf den Feldern derer erblicke, die nicht weit weg, in den von Krieg geplagten Regionen dieser Welt, den Boden mit dem Blut der Gefallenen tränken.

Simon Jacob

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