Land: Iran
Ort: Teheran
Datum: 15.03.2016

 

Das armenische Christentum im Iran hat eine lange Tradition und reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Ebenfalls zu erwähnen sind die besonders alten Beziehungen des Irans zu Armenien. Beide Länder gehen heute vor allem auf dem Energiesektor Kooperationen ein, von denen die Bevölkerungen, Iraner und Armenier, gemeinsam profitieren. Gerade zwischen 1915 und 1918 fielen eine halbe Million Armenier dem Massaker und späteren Genozid zum Opfer, als das Osmanische Reich mit Duldung des Deutschen Kaiserreiches im Parskahajk („Persisch-Armenien“) am Grenzfluss Arax, ein Gebiet das früher armenisch war und jetzt zum Iran gehört, eine Militärintervention startete. Viele retteten sich, in dem sie in den inneriranischen Raum flüchteten.

Der Iran hat, wie im armenischen Museum anschaulich zu erkennen ist, den Genozid an den Armeniern nicht nur offiziell anerkannt, sondern thematisiert diesen auch in künstlerischen Werken.

Auch der Umgang des Irans mit dem zahlreichen sakralen Erbe der armenischen Christen ist zu loben. Ihre Restauration wird vom Iran nicht nur gefördert und die Gebäude vor Zerstörung geschützt, wie es beispielsweise in Aserbaidschan bei Nachitschewan geschehen ist. Sie wurden sogar unter den Schutz der UNESCO gestellt. So die Kloster Surb Thaddie Wank, 10. Jh. und Stephanos Wank, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ein vorbildhaftes Verhalten, wenn man zum nächsten Nachbarn in die Türkei blickt und erkennt, dass dort zwar griechische und armenische Kirchen restauriert werden, diese aber weder der UNESCO unterstellt werden noch als Ort für eine Messe genutzt werden dürfen.

Der Iran geht sogar so weit im iranischen Bezirk Maku die Zufahrt zum Kloster für Nicht – Armenier abzusperren, um den armenisch – christlichen Pilgern am Patronatsfest des Apostels Thaddeus die Einhaltung der sonst üblichen Kleiderordnung für Frauen zu ersparen.

Seit der Gründung der islamischen Republik 1979 dürfte die Zahl der verbliebenen Armenier von ca. 220.000 auf ca. 80.000 gesunken sein.
Die verblieben Vertreter der armenischen Kirche betreiben in Teheran und Isfahan mehrere Kirchen, Gemeinschaftshäuser, Museen und Altersheime.
Besonders die prachtvollen Kirchen und Museen, egal ob in Teheran oder Isfahan, sind es wert besucht zu werden.

Simon Jacob, Teheran, 15.03.2016