„Irak: Der IS versklavte Frauen und Kinder. Simon Jacob war an dem Ort, wo diese Gräuel geschahen.“

ICO – Information Christlicher Orient
Artikel über die Peacemaker – Tour.
Erschienen im Februar 2016

Der vollständige Artikel hier und als JPEG

AUF DER SUCHE NACH FRIEDEN

Peacemaker. Simon Jacob ist im September 2015 von Deutschland aus zu einer mehrmonatigen Reise durch den Nahen Osten aufgebrochen. Im folgenden schildert der aus dem Turabdin stammende Christ, was ihn dazu bewogen und welche Eindrücke er bisher gewonnen hat.

von Simon JACOB, München

„Friedensbotschafter“ des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland und Initiator der „Peacemaker-Tour“

Warum begibt sich jemand freiwillig in Regionen, die von Krieg und Terror heimgesucht werden? Als Kind von Flüchtlingen und Angehöriger einer christlichen Minderheit, die seit Jahrhunderten immer wieder verfolgt wird, wäre es doch einfacher, mein Leben in einer ruhigen und friedlichen Welt zu genießen. Und doch ist es der Friede in meiner deutschen Heimat, der mich dazu bewogen hat, den Spuren meiner Vergangenheit nachzugehen. In der Hoffnung in der Geschichte meiner Vorfahren und der christlichen Identität den Frieden zu finden, durch den die westliche Welt geprägt wurde.

Eine Tragödie ereignete sich 2014 im Irak, als der „Islamische Staat“ Mossul einnahm und 100.000ende Christen und Jesiden ermordete und vertrieb. Besonders schlimm hat es die weibliche Bevölkerung jesidischen Glaubens getroffen. Viele Jesidinnen wurden, so wie Christinnen auch, versklavt und müssen als Sex- oder Haushaltssklavinnen ihren Herren dienen. Die übrigen wurden brutal abgeschlachtet und in Massengräbern verscharrt. In den Händen hielt ich die zertrümmerten Schädel kleiner Kinder, die man enthauptet hatte. Die Knochen, trocken von der Sonne, sind Zeugen der Brutalität, die ihnen widerfahren ist.

Ich war in Sindjar, der durch Bomben völlig zerstörten Hauptstadt der Jesiden, die vom IS befreit wurde. Emotionslos, immer darauf achtend nicht auf Minen zu treten, lief ich an Leichen vorbei. In den Trümmern einer völlig zerstörten Kirche finde ich die Reste eines Kreuzes. Symbolisch richte ich es auf und bete davor.
In Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, erzählt mir Meriam, wie die ganze Familie innerhalb von Stunden ihre christliche Heimatstadt in der Nähe von Mossul verlassen musste und alles verlor. Ein Bruder von ihr leidet am Down Syndrom und ist auf Pflege angewiesen. Die junge Frau versucht die Fassung zu wahren, nicht zu weinen. Doch am letzten Tag meines Aufenthalts kann sie die Tränen der Verzweiflung nicht mehr zurückhalten.

Ich erinnere mich in Syrien an Rubert, der vom Regime grundlos verhaftet und äußerst brutal gefoltert wurde. Eines Tages hing man ihn für mehrere Tage, nackt, gefesselt an seinen Händen, auf. Er überlebte diese Tortur, so berichtet er mir mit tränenden Augen, weil er Jesus sah, wie er ans Kreuz genagelt wurde und so auch für ihn starb.

Ich könnte auch über die Kämpferinnen der Kurden und Christen berichten, die ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen. Oder von den Kindern, denen in der nordsyrischen Stadt Qamishli ein Hauch von Weihnachten geschenkt wurde.

Hoffnung und Verzweiflung liegen nahe beieinander. Die Schattenseiten des Lebens lassen in den Menschen die Hoffnung aufflammen, dass es ein besseres Leben gibt. So wie in Armenien, einem urchristlichen Land mit wunderschönen sakralen Bauten, welches immer noch in tiefer Depression versunken ist. Fast scheint es, als ob jeder Armenier herausschreien möchte: „Gebt mir meinen geliebten Ararat zurück, den Berg meiner Vorfahren! Und gedenkt endlich des Genozids vor 100 Jahren“, der auch meinen Vorfahren auf dem Gebiet der heutigen Türkei widerfahren ist und in nichts dem nachsteht, was der „Islamische Staat“ heute im Namen der Religion verübt.

Überlebende des Völkermordes schlugen sich zu Fuß z.B. bis nach Georgien durch, wo sie in Dörfern nahe der Hauptstadt Tiflis Zuflucht fanden. Als ich die direkten Nachfahren derer besuchte, die den langen Marsch hinter sich brachten, traten Tränen in die Augen der alten Männer und Frauen. Sie erinnerten sich an die Erzählungen ihrer Eltern und tragen die Angst in sich, eines Tages wieder die Heimat zu verlieren.

Betrübt verließ ich oft solche Begegnungen. Doch fand ich Trost im Glauben. In jeder Kirche die ich fand zündete ich eine Kerze an, um derer zu gedenken, die alles verloren haben. Aber um auch die Hoffnung mit Licht zu speisen, weil ich an die Menschlichkeit glaube. An das Ziel eine friedliche Welt zu schaffen.

Simon Jacob

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Das Projekt Globalo Youth Peacemaker-Tour, welches sich über maximal sechs Monate erstreckt, hat einen Finanzierungsbedarf in Höhe von ca. 30.000,- €. Neben dieser geringen Summe ist es unsere Ausbildung in Europa, die Entschlossenheit und der Glaube an die Vernunft im Menschen, die uns dazu bewegt, so etwas zu tun. Für dieses Projekt habe ich meinen hochbezahlten Managerposten in einem Großkonzern aufgegeben. Ehrenamtliche Helfer investieren ihre Zeit, um das Projekt realisieren zu können.

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Simon Jacob – Projekt: Peacemaker 2015
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