Assyrer in Georgien

Land: Georgien
Ort: Tiflis, Assyrian Congress in Georgia
Datum: 07.11.2015

David Adamov ist ein stämmiger Typ. Wuchtig, trinkfest und mit einer autoritären Ausstrahlung versehen, die man in Georgien als politischer Aktivist auch braucht. Adamov ist nicht nur Vertreter der Assyrer im Minderheitenrat Georgiens, er leitet auch gleichzeitig den „Assyrian Congress in Georgien“. Seine Ursprünge kann der Lenker der assyrischen Minderheit weit zurückverfolgen. Die Mutter stammt aus der Van – Region in der heutigen Türkei. Der Vater kommt aus Urmia im heutigen Irak. Während des Genozids an den Christen des Osmanischen Reiches flohen viele von ihnen, darunter viele Assyrer und Aramäer, in das heutige Georgien. Hier trafen sie auf assyrische Christen, die bereits vor über 200 Jahren, während des persisch – russischen Kriegs, in Georgien eine Zuflucht gefunden hatten. 1918 wurde der „Assyrian Congress“ gegründet und seit jener Zeit kümmert sich dieser um die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Belange der Minderheit. Es wurden Theaterstücke aufgeführt, Sprachschulen und Kindergärten gegründet, sogar eine eigene kommunistische Zeitung wurde publiziert. Allerdings erlebte die intellektuelle Elite nach der Oktoberrevolution im russischen Zarenreich eine dunkle Stunde. Von den Bolschewisten nach Sibirien deportiert oder ermordet, mussten auch die Assyrer sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Kirche wurde nur noch im Untergrund zelebriert. Politik und Gesellschaft wurden den kommunistischen Maßstäben angepasst. Vor 20 Jahre lebten noch ca. 20000 Assyrer in Georgien. Heute sind es nur noch 4000. In Tiflis verteilt auf zwei Distrikte (ca. 120 Familien) und Enklaven an weiteren Orten Georgiens. Trotzdem ist der studierte Historiker und Politologe sicher, dass die Gemeinden weiterhin in Georgien Bestand haben werden. Das Land ist tolerant in seinen Augen und offen für Minderheiten. Wichtig ist dabei der Respekt gegenüber der georgischen Kultur, die allen Menschen Platz bietet. Angekommen am assyrischen Friedhof zeigt er uns die letzte Ruhestädte seines Vaters und Großvaters. Gleich neben einem Grabstein mit alter aramäischer Inschrift. Nicht weit weg von einem Grab mit armenischer Inschrift und einem Denkmal für Gefallene aus Deutschland, in deutscher Inschrift.

„Hier sind wir eben alle gleich“, betont Adamov, bevor er sich zwei Zigaretten ansteckt. Eine für die Verstorbenen, die er auf den Grabstein legt und eine für sich.

David würde sich wünschen, mehr Kontakt zu den orientalisch – christlichen Organisationen in Europa aufbauen zu können. Im Besonderen soll der Austausch zwischen Jugendlichen intensiviert werden.

David Adamov kann direkt über Facebook angeschrieben werden.

Simon Jacob, 07.11.2015, Tiflis

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