Land: Iran
Ort: Teheran
Datum: 08.03.2016

Auszeichnung literarischer Werke von Christen, Muslimen, Juden und Zoroastriern im Iran

Kurz nach unserer Ankunft im Iran und unserem ersten offiziellen Besuch beim Kultusministerium wurde unsere gesamte Gruppe, bestehend aus Mike Malke (ZOCD), Gülbahar und Melki (Peacemaker), Dawood (internationaler Berater und Koordinator), Fatemeh (Übersetzerin) und mir, zu einer Buchvorstellung der besonderen Art eingeladen. Die religiöse Vielfalt des Irans sollte durch eine literarische Ehrung Anerkennung finden. Schriftsteller der verschiedenen Religionen wurden zu einem Wettbewerb, staatlich gefördert und unterstützt, innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaften aufgefordert. Erstaunt stellten wir fest, dass zu diesem Event neben hochkarätigen Politikern, so z.B. der Repräsentant der Assyrischen Christen im Iran, Jonathan Bet Kolia, auch viele Geistliche der verschiedenen religiösen Strömungen anwesend waren.

Bedingt durch die teilweise eher kulturellen und philosophischen Themen, war dies nicht unbedingt eine Notwendigkeit. Und doch waren diese Repräsentanten der Gesellschaft zahlreich erschienen, um jeweils einem armenisch – christlichen, einem assyrisch – christlichen, einem Zoroastrier, einem jüdischen, einem sunnitischen und einem schiitischen Schriftsteller die Ehre zu erweisen.

Es war hochinteressant erleben zu dürfen, wie der Vertreter des Kultusministeriums der Bedeutung der Literatur und ihrer Vielfalt, gerade in Bezug auf die Religionen, einen immensen Wert beimaß.

Dass dies wirklich kein Einzelfall ist sondern eher Normalität, durfte ich in den darauffolgenden Wochen während meinen weiteren journalistischen Aktivitäten immer wieder erleben.

Simon Jacob, Teheran, März 2016