Die 100.000 Märtyrer von Tiflis

Land: Georgien
Ort: Tiflis
Datum: 13.11.2015

Es war der Heilige Apostel Andreas, der einst in Georgien predigte. Gefolgt von der heiligen Nino aus Zentralanatolien im 4. Jahrhundert nach Christus und den 13 Heiligen Assyrischen Vätern aus der nordsyrischen Region, 6. Jahrhundert nach Christus, die hier den Glauben verbreiteten. Das Land wehrte sich gegen die Invasion der Araber, wurde mehrfach von den Mongolen geplündert und ausgeraubt. Behielt aber trotzdem über die Jahrhunderte hinweg seine Identität, verankert in einem starken Glauben. Selbst dann, als der persische Eroberer am 9. März 1226 in Tiflis einfiel und die Sioni Kirche schändete. Er ließ die Heiligtümer aus der Kirche schaffen und platzierte diese auf einer Stadtbrücke. Jeder, der leben wollte, sollte einfach über die Heiligtümer des christlichen Glaubens laufen, sie mit Füßen treten. Viele taten es nicht. An diesem Tag starben 100.000 Georgier. Der Fluss unter der Brücke, der Mtkwari, färbte sich rot vom Blut der Toten. Beim Zuhören erschauderte ich ein bisschen. Bilder einer Terrororganisation, die ebenfalls auf brutalste Art und Weise einen Massenmord im Irak und in Syrien begann und immer noch fortführt, spiegelten sich in meinen Gedanken wider. Aber die Tatsache, dass die Georgier trotz der massiven Verluste ihren Glauben nicht verloren haben, lässt mich darauf hoffen, dass das Christentum auch im Nahen Osten überleben wird. Und trotz dessen, dass dem Land so viel Leid widerfahren ist oder gerade deswegen, blieb es in seiner Charakteristik offen und tolerant gegenüber anderen Minderheiten, Religionen und Kulturen.
Georgien nennen Muslime, Christen, Juden und Atheisten ihre Heimat. Hier leben Assyrer, Kurden, Turkmenen, Jeziden und viele andere Volksgruppen zusammen. Es herrscht ein starker Nationalstolz und dieser wird auch, gerade wegen der Vergangenheit, an den Tag gelegt. Doch die tiefe Verbundenheit zum Christentun schafft hierbei eine Balance und gibt jedem Freiraum, der die Kultur und die Regeln des Landes respektiert.

Am 13. November eines jeden Jahres wird mit Musik, Tanz und kriegerischen Darstellungen im Beisein des Patriarchen der Georgisch – Orthodoxen Kirche der Toten von damals gedacht. Als ich mich im Zentrum der Stadt befand, wo gerade die zeremonielle Eröffnungsfeier abgehalten wurde, schweiften meine Gedanken ab. Richtung Paris. Wo in der Nacht zuvor viele Menschen starben. Einzig und allein wegen der Verblendung einiger weniger.

Eine Ironie des Schicksals, dass ich mich an diesem Tag an einem Ort befinde, dessen Bewohne derer gedenken, die vor fast 800 Jahren als Ungläubige ihr Leben lassen mussten. Nur weil die Religion zu einem Kriegsinstrument umfunktioniert wurde, welches dem Töten eine Legitimation geben soll.

Simon Jacob, 13.11.2015, Tiflis

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