Ein deutscher Sanitäter in Azech – „So wurde ich zum Priester“

Land: Türkei
Ort: Tur Abdin, Azech, Provinz Mardin
Datum: 05.11.2015

Filis, 48 Jahre alt und Gebro, 55 Jahre alt, verließen einst ihre Heimat im Tur Abdin. Ihre Vorfahren überlebten das Massaker an den Christen des Osmanischen Reiches und konnten im Dorf „Azech“ bis in die 80er Jahre noch ungestört dem Alltag des Lebens nachgehen. 1977 entschied sich Gebro in die Schweiz auszuwandern. Filis verließ 1980 die angestammte Heimat. Beide lernten sich in der Schweiz kennen und gründeten eine Familie. Heute, über 30 Jahre später, sind sie wieder hier, um der früheren Heimat neues Leben einzuhauchen. Die Frage an Filis, der zweifachen Mutter gerichtet, warum sie die sichere Schweiz verlassen hat um hier her zu kommen, kontert sie mit der Aufforderung, ihr in die neurestaurierte Marienkirche zu folgen.
Beim Betreten des wunderschönen Gebäudes empfängt sie mich mit den Worten:
„Immer wenn ich hier zu Besuch war, war die Kirche leer. Ich konnte die Kirche nicht mehr leer sehen. Es ist doch unsere Kirche“.
Mit diesen Worten begleitet mich Filis durch die Räumlichkeiten, die einer Burg gleich von einem massiven Gemäuer umgeben sind. Und wenn man sich die Legende anhört, die sich um diesen Ort gebildet hat, kann man gut nachvollziehen weshalb die zahlreichen Besucher ehrfürchtig vor dem Altar inne halten.
Es war zwischen 1915 und 1918. In einer Zeit, in der die christliche Bevölkerung im Osmanischen Reich, unter Führung der Jungtürken und den kurdischen Stämmen als ausführendes Organ, fast vollständig vernichtet wurde – und dies unter den Augen des verbündeten Kaiserreiches in Berlin. Die Bewohner von Azach haben auch deswegen überlebt, weil sie sich tapfer zur Wehr gesetzt haben. Eine Legende besagt aber auch, dass sie wundersame Unterstützung des Glaubens erfahren durften. Bei den Verhandlungen um einen Friedenspakt gesellte sich ein deutscher Sanitär zu den Abgesandten der osmanischen Truppen. Die Delegation forderte als Beweis dass man die Waffen ruhen lasse die Aushändigung einer „englischen“ Kanone, die sich angeblich in der Kirche befand. Die feindlichen Truppen hatten Blitze und Schüsse vernommen, welche aus einem Fenster eben dieser Kirche die Feinde blendeten. Die Bewohner bestritten die Existenz einer Waffe im Haus Gottes und forderten die Delegation auf, das Gebäude zu betreten. Sich selber davon vergewissernd dass sich in der Kirche keine Kanone befand, zogen sie wieder ab.

Jahre später nahm der Bischof von Aleppo, der sich damals ebenfalls im Dort befand, an einer katholischen Synode in Rom teil. Einer der Teilnehmer, Vorstand der theologischen Hochschule, stand auf und fragte den Bischof nach dessen Herkunft. Als dieser ihm antwortet und sich der Schleier der Vergangenheit lüftete, offenbarte sich der Fragende dem Geistlichen aus dem Nahen Osten.
„Ich war der deutsche Sanitäter, der damals die Kirche mit besichtigte und keine Waffen vorfand. Doch das Licht, dass ich damals sah, blendete mich und ließ mich nicht mehr los.“
So kam es, dass dieser, wieder zurück in Deutschland, sich dazu entschied, seinen Weg als Mönch im Namen des Herrn fortzuführen.

Filis, tief versunken im Gebet, fragte mich, ob ich das Licht erblickt habe.
Ich antworte ihr:
„Das Licht des Friedens haben ich an diesem Ort entdeckt, welches durch ein kleines Fenster in mein Herz einzudringen vermochte“.

Simon Jacob, 09511.2015, Tur Abdin, Azech

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