Ein Imam gegen den IS

English version below

Land: Autonomieregion Kurdistan/Nordirak
Ort: Erbil – Institut für religiöse Fragen/Regionalparlament Kurdistan
Datum: 17.12.2015

Imam Kanaan N. Ahmad Haji Karwan ist zweitranghöchster Vertreter des Institutes für religiöse Fragen im Irak und Mitglied im kurdischen Regionalparlament. Leider auch eine Person, die in Lebensgefahr schwebt. Deswegen, weil dieser die Art und Weise wie der IS den Islam interpretiert, massiv kritisiert. Ob nun die brutale Vertreibung der christlichen und jesidischen Bevölkerung des Iraks oder die Missachtung des humanen Zusammenlebens zwischen den Religionen und Ethnien, alles führt der Imam auf eine rückwärtsgewandte und unaufgeklärte, der Zeit nicht angepassten Sichtweise des Glaubens zurück. Er selber ist tagtäglich mit den Folgen der Zerstörung und Barbarei des Islamischen Staates konfrontiert. Flüchtlinge, besonders Kinder und alte Leute, besuchen ihn in seinem Büro in Erbil, um Unterstützung zu erhalten. Neben vielen tausend Christen und Jesiden sind es vor allem Muslime, die vor dem Terror der Extremisten in die Autonomieregion Kurdistan geflohen sind. Darunter zahlreiche Araber die der sunnitischen Glaubensrichtung angehören und vom IS ebenfalls verfolgt werden, weil sie sich diesem widersetzen. Viele Programme hat er initiiert, um gerade den Schwächsten zu helfen. Doch dies reicht nicht, wie er immer wieder betont. Der Ideologie des IS muss der Boden entzogen werden. Religion ist hierbei ein Faktor, welcher eine Rolle spielen kann. Aber auch Bildung, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität.

Im weiteren Gespräch kristallisierte sich sein Einsatz für andere Religionen heraus, im Besonderen für Christen und Jesiden, die gleichberechtigt mit Muslimen zusammenleben müssen. Gerade diese Äußerungen haben den mutigen Geistlichen zum Anschlagsziel extremistischer Kräfte gemacht. Und er ist sich dieser Tatsache voll und ganz bewusst. Doch Aufgeben möchte der energische Imam nicht. Gerade weil extremistische Einflüsse von außen die Gesellschaft spalten möchten. Damit spricht dieser den Einfluss wahabitischer Prägung an, welcher die Ideologie des Islamischen Staates speist. Dieser Entwicklung muss ein offener und liberaler Islam entgegengesetzt werden, so im weiteren Gespräch.

Im Videointerview, welches auf Arabisch erfolgte und demnächst mit einer deutschen Übersetzung veröffentlicht wird, geht der Parlamentarier tiefer auf die einzelnen Punkte ein.

Simon Jacob, Erbil

Country: autonomous region of Kurdistan / Northern Iraq
Location: Erbil – Institute for Religious Affairs / Regional Parliament of Kurdistan
Date: 12/17/2015

An imam against IS

Imam Ahmad Haji N. Canaan Karwan is second highest representative of the Department of Religious Affairs in Iraq and member of the Kurdish regional parliament. Unfortunately even a person who is in danger of life. Because he severely criticizes the way how IS interprets Islam. Whether it is the brutal removal of the Christian and Yezidi population of Iraq or the disrespect of human coexistence among religions and ethnicities, the Imam attributes all to a hidebound and unenlightened perspective of faith that is not adapted to time. He is faced with the consequences of destruction and the brutal savageness of Islamic State every day. Refugees, especially children and old people, visit him in his office in Erbil to get support. In addition to thousands of Christians and Yazidis primarily Muslims come who have fled from the terror of the extremists into the autonomous region of Kurdistan. Among them many Arabs belonging to the Sunni denomination who are persecuted by IS as they oppose. He has started a lot of programs to help especially the weakest. But this is not enough as he emphasizes repeatedly. The basis for the ideology of IS has to be cut off. Religion is a factor that may be an issue on that. But also education, security and economic stability.

During the interview his dedication for other religions emerged in particular for Christians and Yazidis who have to live together with Muslims enjoying equal rights. Precisely these statements made the brave clergyman being a target for extremist forces. And he is entirely aware about this fact. But the vigorous Imam doesn’t want to give up. Precisely because extremist influences want to drive a wedge between society. With this he broaches the influence of Wahhabite nature which feeds the ideology of Islamic State. An open and liberal Islam has to be opposed to this development, so the Imam further on.

In the video interview that was given in Arabic language and will be published with a German translation soon the parliamentarian goes into detail about the single points.

Simon Jacob, Erbil

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