Der Weg zum Frieden…

GLAUBENSKRIEGER – EIN FILM ÜBER 12thMemoRise
Filmpremiere in München

Wenn ich diese Geschichte als Märchen erzählen würde, so würde sie mit den Worten beginnen:

„Es war einmal…“

Es war in einer Zeit, in der Menschen aus religiösen Gründen sich gegenseitig massakrierten…

Es war in einer Welt, in der es immer noch Ungleichheit und Ungleichgewicht gab…

Es war in einer Zeit, in der eine Religion, die vielschichtig ist und sehr viele farbliche Nuancen verschiedenster Farben aufweist, Angst bei vielen Menschen verursachte…
Es gab einmal mutige junge Männer und Frauen, ihrer Zeit weit voraus, die eine Revolution begannen, weil sie sich mit der Angst auf allen Seiten nicht mehr abfinden wollten…

Man nannte sie „GLAUBENSKRIEGER“

Es war einmal… …
Einmal im Heute und Jetzt … …

Die Vernunft, so scheint es mir, ist eine universelle Tugend, die allen Menschen obliegt. Sie macht aus dem Menschen das, was Menschlichkeit ausmacht. Denn vernunftbegabte Menschen empfinden Leid und Schmerz, wenn anderen Menschen Leid angetan wird. Dieser Schmerz, dieses Leid, diese Sehnsucht nach Frieden, brennt sich in die Herzen derer ein, die trotz der Sorge um das eigene Wohl, die eigene Familie, die eigenen Freunde und Gesellschaft, nach dem Guten im Menschen suchen. Sie wissen, intuitiv und verbunden durch ein globales Gefühl, fast schon mystischer Natur, dass in ihrer Gesellschaft, in ihrer Gemeinde, ja vielleicht sogar im eigenen Wesen etwas nicht stimmt.

Sie hinterfragen die Gewalt in ihrer Religion…
Sie hinterfragen die Ausgrenzung in ihrer Religion…

Einst, vor vielen, vielen Jahrhunderten, in den heiligen Hallen des Wissens im Orient. Zu einer Zeit als Bagdad, Alexandria und noch viele, viele andere Metropolen dieser Welt einen philosophischen Diskurs führten, Wissen vertieften, zwischen den Religionen und Kulturen, suchten Gelehrte allen Couleurs nach „Veredelung“. Die Verbesserung des eigenen „Ichs“ stand im Vordergrund. Das Streben nach einem höheren Bewusstsein, durch den freien, kritischen und offenen Diskurs, ausgetragen mit den Schriftrollen der damaligen Zeit, volltrunken von wissenschaftlichen, philosophischen und religiösen Sichtweisen und Erkenntnissen, war richtungsweisend.

Der „Idschtihad“, die strikt der Rationalität und Vernunft untermauerte Denkweise der Auseinandersetzung mit dem Wissen der damaligen Zeit, führte zu Erkenntnis…

Erkenntnis zu Mitgefühl…
Mitgefühl zu Barmherzigkeit…
Barmherzigkeit zu Frieden…

In einer neuen Welt, in einer neuen Zeit, innerhalb gigantischer Datenströme, die unsere Welt umgeben und im Bruchteil einer Sekunde Nationen und Religionen zum Beben bringen können, ist es erforderlich für die, die den Weg kennen, es als ihre Pflicht zu erachten, wieder den Weg des „Idschtihads“ zu gehen.

Den Weg der Vernunft, den Weg der Rationalität…
Den Weg der Provokation, den Weg der Selbstreflektion, den Weg der Kritik…

Den Weg des digitalen Wiederstandes gegen die, die uns alle verängstigen, die Welt in ein Schwarz – Weißdenken unterteilen und die verschiedenen Schichten der Gesellschaften gegeneinander aufwiegeln.

Es ist nicht die Aufgabe der Menschen außerhalb der Welt des Islams diesen Konflikt zu führen…

Es ist die Aufgabe derer, die, mit allen Fasern ihres Körpers, mit ihrer Seele und mit ihrem Herzen, Teil dieser Welt sind…

Wir, die wir außerhalb dieser stehen, können nur helfen…
Die, die diesen Kampf führen, riskieren ihr Leben…

Und trotzdem müssen sie es tun…

Für eine Welt des gemeinsamen Friedens…
Ich empfehle allen Menschen dieser Republik, egal ob rechts, links oder aus der Mitte, sich diesen Film bei der nächsten Gelegenheit anzusehen…

Simon Jacob, München, den 14. Mai 2017