Wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit hilft den Christen, Assyrer – Chaldäer, im Land zu bleiben

Land: Nordirak
Ort: Erbil
Datum: 19.12.2015

Kaldo Oghanna koordiniert für die wichtigste christliche Partei im Land, der ADM (Assyrian Democratic Movement) alle politischen Gespräche mit Vertretern aus dem Ausland. Bereits die letzten Jahre stand ich im engen Kontakt mit dem gewichtigen Politiker, der auch gleichzeitig Unternehmer ist.
Bei unserem Gespräch um die Zukunft der Christen, die zu den indigenen Völkern des Iraks gehören und sich als Ethnie, als die Nachfahren der Assyrer betrachten, nimmt Kaldo Oghanna kein Blatt vor dem Mund. Nach der Vertreibung der christlichen Assyrer aus der Ninive Region durch die Schergen des Islamischen Staates, die in einer außerordentlichen Brutalität auch gegen andere Minderheiten vorgingen, verloren über 160.000 Assyrer ihre Heimat. In den verhältnismäßig sicheren Regionen Nordkurdistans, vorwiegend in Duhok, Kirkuk, Erbil und Suleymania haben sie Schutz gesucht und sitzen nun laut Oghanna auf gepackten Koffern.
„Was bleibt ihnen denn auch anderes übrig“, so das Parteimitglied der ADM.

Er selber gibt den christlichen Assyrern noch maximal fünf Jahre, bevor es eine der Ursprungsethnien des Iraks in der jetzigen Form und damit auch die Verwurzelung zum Christentum, nicht mehr gibt. Im Gegensatz zu den Aussagen zahlreicher Geistlicher ist mein Gesprächspartner noch optimistisch. Viele Kirchenlenker, die ich sprechen durfte, sehen das Ende bereits in zwei Jahren erreicht, wenn dem derzeitigen Verlauf nichts entgegengesetzt wird.
Auch immer wieder unter dem Hinweis, dass diese Entwicklung nicht erst mit dem Aufstieg des IS ihren Anfang nahm. 2003, beim völkerrechtwidrigen Einmarsch der Amerikaner, begann der Exodus der Christen (Assyrer/Chaldäer) aus dem Irak. Und dies unter den Augen der Welt.
Von ehemals ca. 1.500.000 Christen befinden sich noch zwischen 200.000 und 250.000 im Land.
Sie werden nur bleiben, da ist mein Interviewpartner auch deutlich, wenn sie zum ersten Sicherheit haben und in ihre Häuser zurückkehren können. Und zum zweiten eine wirtschaftliche Perspektive bekommen. Um die wirtschaftliche Perspektive kann er sich kümmern, so der Mittvierziger. Mit anderen Gemeindemitgliedern hat dieser ein Restaurant eröffnet, welches ausschließlich gestrandete Flüchtlinge beschäftigt. Doch wenn es um die Sicherheit geht, muss man alle Lösungen in Betracht ziehen. Die Einrichtung einer Schutzzoen in der Ninive Ebene, in der Assyrer, Jesiden, Shaback und Turkmenen friedlich zusammenleben können, wird immer wieder ins Spiel gebracht. Aber auch die Möglichkeit in einem föderalen Staatenkonstrukt sich halbautonom zu verwalten, um für die eigene Sicherheit sorgen zu können. Dem vorausgehend müsste allerdings zuerst die Einheit aller christlichen Parteien Vorschub geleistet werden. Ansonsten laufe man Gefahr, wie dies immer wieder in der Vergangenheit zu sehen war, dass man zum Spielball derer wird, die lediglich einen Nutzen aus der Situation ziehen wollen.

Für Kaldo Oghanna ist es kurz vor zwölf, bevor die letzten assyrischen Christen die Region für immer verlassen und damit die gesamte Welt einen wichtigen Teil einer Kultur verliert, aus deren Ursprünge die heutige moderne Welt entstand.

Simon Jacob, Nordirak – Erbil

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