Die Rolle der Türkei im Konflikt mit dem Islamischen Staat

Land: Irak
Ort: Autonomieregion Kurdistan – Nordirak/Erbil
Datum: 05.12.2015
Videobericht folgt – english version below
 
Nilifer Koc ist Ko-Vorsitzende des Kurdistan Nationalkongresses (KNK) in Brüssel. In Erbil, der Hauptstadt der Autonomieregion Kurdistan, traf ich sie, um mich über die aktuelle Lage zu informieren.
Nachdem im ersten Teil des Gesprächs die Rolle der Frau im nahöstlichen Raum das Thema war, gingen wir dazu über, die Rolle der Türkei näher zu durchleuchten. Spezifisch wurden die aktuellen türkischen Truppenbewegungen in den Irak hinein angesprochen, welche in der Ninive Ebene, nahe Mosuls, die Stationierung türkischer Militärs zur Folge hatten.
 
Die Türkei hat ihren Stellvertreterkrieg über den IS und andere terroristische Gruppen geführt, so Koc. Dabei kam auch zur Sprache, dass zahlreiche Beweise vorliegen, dass die Türkei in den illegalen Ölhandel mit dem IS verstrickt ist. Aber auch praktische logistische Unterstützung an den IS richtet.
Ebenso ist es Fakt, dass die Türkei, ebenso wie andere Nationen auch, ihre eigenen geopolitischen Interessen in der ölreichen Region um Mosul herum im Auge haben. Die Anschläge in Paris haben allerdings dazu geführt, dass nun auch der europäische Westen gezwungen ist, seinen Blick intensiver auf die Region zu richten.
 
Der fehlende Wille der KRG assyrische Christen und Jesiden, die eigentliche indigene Bevölkerung des Iraks, unter einem flexiblen Mandat zu bewaffnen um sich selber verteidigen zu können, resultiert aus den zentralistischen Machtstrukturen. Dabei haben die Angriffe des IS gezeigt, dass in allen gefährdeten Gebieten Volksgruppen, die dort leben, in der Lage sein müssen, sich lokal für ihre eigene Verteidigung einzusetzen. Wie es heute in Rojava der Fall ist. Natürlich spielen hierbei auch regionale politische Beziehungen eine wesentliche Rolle. Die türkische Republik träumt immer noch davon, Mosul und Kirkuk als Gebiete des Misaki Milli (Nationaler Pakt) wieder an die TR zu annektieren. Gerade in diesen Gebieten leben die assyrischen Christen und die Jesiden. Zudem ist die Region Mosul und Kirkuk neben Öl reich an anderen Bodenschätzen.
 
Simon Jacob
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Country: Iraq
Location: autonomous region of Kurdistan – Northern Iraq / Erbil
Date: 05/12/2015
 
Turkey’s part in the conflict with Islamic State
 
Nilifer Koc is Vize-Chairman of the Kurdistan National Congress (KNK) in Brussels. In Erbil, the capital of the autonomous region of Kurdistan, I met her to get information about the current situation.
After the first part of the conversation in which the role of women in the Middle East was the topic, we changed over to screen the role of Turkey in detail. The current Turkish troop movements into Iraq have been addressed specifically which had caused the stationing of Turkish military in the Nineveh plain, near Mosul, as consequence.
 
Turkey has conducted its proxy war on IS and other terrorist groups, so Koc. It also came up that there are numerous evidences that Turkey is involved into illegal oil trade with IS. But also supports IS by practical logistic assistance.
But it is even fact that Turkey as well as other nations, too has also an eye on its own geopolitical interests in this oil-rich region around Mosul. The attacks in Paris, however, forced the European West to have a closer look on the region.
 
The lack of will to arm the KRG Assyrian Christians and Yezidis, the actual indigenous population of Iraq, under a flexible mandate to defend themselves results from the centralized power structures. The attacks of IS have shown that in all endangered areas ethnic groups who live there must be able to stand up local for their own defense. As it is in Rojava today. Of course regional political relations are playing an important part. The Turkish Republic is still dreaming of annexing Mosul and Kirkuk as areas of Misaki Milli (National Pact) back to the TR. Just in these areas Assyrian Christians and Yezidis are living. In addition the region around Mosul and Kirkuk is besides oil rich in other natural resources.
 
 
Simon Jacob

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