Beim Zentrum für interreligiösen Dialog

Land: Iran
Ort: Teheran
Material: Bild
Datum: 27.02.2016

Geht man auf die Webseite des Centers für Interreligiösen Dialog, erblickt man gleich ganz oben eine Grafik, die so gar nicht in das Bild manch eines Europäers passt, wenn man an den Iran denkt. Das Islamic Culture und Relations Organization, abgekürzt ICRO, genannte Institut, welches der Regierung untersteht, zeigt auch visuell, welche Aufgabe es sich gestellt hat. Das symbolische Zeichen mehrerer Weltreligionen schmückt den oberen Teil des Onlineauftritts. Wenn ich an den Islam des Islamischen Staates denke und an die terroristischen Aktivitäten sowie den Wahn die religiöse Vielfalt der Welt zu zerstören, komme ich nicht herum zu hinterfragen, warum das im Iran anders ist und eine staatlich – religiöse Institution bewusst und in aller Öffentlichkeit die im Land real existierende religiöse Vielfalt propagiert.

Ist das nicht eine Provokation für jeden Extremisten, der nur zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden kann?

Und genau hier fing auch die Diskussion an, an der das Peacemaker –  Team beteiligt war. Seitens des ICRO waren anwesend Dr. Ali Mohammad Helmi, der Direktor des Institutes sowie Herr Morteza Sabouri, stellvertretender Direktor und für den interreligiösen Dialog zuständig.

Dr. Ali Mohammed Helmi zeigte uns zunächst anhand der aktuellen Entwicklungen auf, dass das religiöse Modell, welches im Iran praktiziert wird, als Beispielmodell für andere Länder in der Region dienen kann. Gerade im Zusammenhang mit extremistischen Entwicklungen, der IS wurde hier im Besonderen genannt, zeige sich eine fatale Entwicklung, welche die religiöse Vielfalt der gesamten Region gefährde, so Dr. Helmi weiter.

Herr Morteza hob ebenfalls hervor, dass sich der IS im Besonderen gegen die schiitische Auslegung des Islams richte, weil religiöse Vielfalt traditionell ein Teil des Schiitentums ist. Das Prinzip des „Idschtihad“, bedeutend mit der Möglichkeit der flexiblen und eigenständigen Interpretation der Koranverse, angepasst an die zeitlichen Entwicklungen, ist ihnen nicht nur fremd. Sie betrachten die schiitische Art damit umzugehen als massive Gotteslästerung. Einer der Hauptgründe, warum der IS das Schiitentum als seinen Erzfeind betrachtet. Das wahabitisch geprägte Saudi Arabien, welches die Ursprungsideologie des IS inne hat und vom Westen massiv unterstützt wird, sieht hier ebenfalls eine Gefahr für die eigene Macht, die es in der Region unter allen Umständen zu erhalten gilt. Daher kommt es immer wieder zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den beiden Regionalmächten. Mit fatalen Folgen für die gesamte Region, wenn man sich die Situation im Irak oder in Syrien ansieht.

Mit dem einzigen Unterschied, dass man in Saudi Arabien auf einer staatlich – religiösen Webseite kaum die visuellen Merkmale anderer Weltreligionen wiederfindet.

Martin Neumeyer fragte noch einmal explizit nach den aktuellen Menschenrechten nach und wollte wissen, wie sich die religiösen Gemeinschaften in der Zukunft entwickeln werden. Mike Malke, der Vorsitzende des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland, bedankte sich für das Engagement des Institutes und kündigte nach den ersten Eindrücken an, mit einer Delegation, bestehend aus verschiedenen christlichen Strömungen, den Iran noch einmal besuchen zu wollen, , sofern dies möglich ist.

An einen besonders interessanten Gesprächspunkt kam man, als das Künstlerehepaar Melki und Gülbahar Özdemir, auf die Kunst als brückenbauende Substanz hinwiesen. Die beiden hohen Geistlichen, sowohl Dr. A. M. Helmi als auch Herr Morteza Sabouri, stimmten dem Ehepaar und Teil des Peacemaker – Teams zu und bedauerten zutiefst, dass der IS in seinem blinden Wahn alles an Kunst zerstört, was nicht zur eigenen Ideologie passt.

Denn dies ist ein Verlust für die gesamte Welt, so der Direktor des ICRO

Generell war festzustellen, dass der Iran und seine Bevölkerung der Kunst mit all ihren verschiedenen Facetten, einen besonderen Wert beimessen.

Simon Jacob
Teheran, 27.02.2016

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