Kalligrafie – Die Kunst, die Schönheit des Wortes zu erkennen

Land: Iran
Ort: Teheran
Material: Bild
Datum: 14.03.2016

Demjenigen, der mich begleitet, der Politiker, der Funktionär, der Freund, mag es bei einer so wichtigen Reise vorrangig erscheinen, zunächst über meine Gespräche mit Politikern, Geistlichen oder Unternehmern zu sprechen. Gerade in einem Land wie dem Iran sind dies doch die Stimmen, welche uns Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich das Land entwickelt. Welche Möglichkeiten der Annäherung es zukünftig gibt und wie man gemeinsam eine friedlichere und stabilere Welt schaffen kann. Doch vermag das alles nichts zu sein im Verhältnis zur Kunst, zur Poesie, zur Philosophie, die es einem Menschen erlaubt hinter den Schleier des Verborgenen zu blicken. Und nichts anderes ist Kalligraphie.

Fatemeh, 29 Jahre alt und eine Diplomatentochter, verbrachte vier Jahre ihrer Teenagerzeit in Deutschland. Hier lernte sie Deutsch und besuchte eine deutsche Schule. Aller Wahrscheinlichkeit nach entdeckte sie auch in dieser Zeit ihr Interesse an der deutschen Literatur und Sprache, die sie exzellent beherrscht. Zurück in Teheran erlangte sie ihren Master in Daf – Deutsch als Fremdsprache – an der Shahid – Beheshti Universität. Die angehende Doktorandin und Teilzeitjournalistin hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Welt den Iran aus einer anderen, aus ihrer Perspektive zu zeigen. Aus einem Blickwinkel, welcher dem Zuhörer aus der westlichen Welt mit der regulären Medienberichterstattung, so völlig unbekannt ist.

Mehrere Tage begleitete Fatemeh unser Team um zu dolmetschen. Sie nahm mich mit in die Universität in Teheran zur deutschen Fakultät, begleitete mich zu den Ministerien und philosophierte mit mir über die Religionen, Frauenrechte und im Allgemeinen über die Sichtweise des Westens gegenüber dem Iran.

Doch am meisten beeindruckte mich ihre Fähigkeit sich der Kunst hinzugeben. In diesem Fall der Kalligraphie, eine tief philosophische Darstellung der Schrift, welche ihr der Vater bereits als Kind näher brachte. Und das ist auch der Grund warum mir dieser Artikel besonders am Herzen liegt. Denn oft ist es so, dass wir Menschen bei der ersten Begegnung nach dem beurteilen, was uns visuell auffällt. Fatemeh begegnete uns nicht als vollverschleierte Frau. Aber doch mit einer traditionellen Kopfbedeckung. In Deutschland wäre manch einer in stereotypisches Denken verfallen. Doch im Iran ist diese Art der Kopfbedeckung, welche die gesamten Haare bedeckt, üblich. Auch bei mir entwickelte sich zunächst eine Art Zurückhaltung, weil ich mir nicht sicher war, wie damit umzugehen ist. Der Schlüssel bei unserer Kommunikation, welche uns gegenseitig erlaubte den anderen näher kennenzulernen, war die Kunst.

Fatemeh demonstrierte ihre Fähigkeit Schönheit in den Dingen zu erkennen, die im Verborgenen liegen. Denn Kalligraphie ist nichts anderes als die Kunst, hinter das Verborgene zu blicken, um die Philosophie der Schrift zu erkennen, aufgemalt mit Liebe und Hingabe, um ein vollkommen harmonisches Bild zu erschaffen, welches dem Geschriebenen Respekt erweist.

Wenn Liebe zur Harmonie, in diesem Fall zur Kunst der Kalligraphie, entsteht, tuen sich Brücken auf. Brücken des Dialogs.
Und so hörte ich es mit großer Freude als mir Fatemeh mitteilte, dass auch sie aufgrund unseres Besuches gerne eine Kirche und ein Theater besuchen würde.
Einfach, um mehr über andere Kulturen und Religionen erfahren zu können.

Wenn Kunst dies bewirken kann, sollten alle Politiker Künstler werden.

Simon Jacob

Teheran, 14.03.2016

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