Zukunft in Syrien?

Land: Deutschland
Ort: München
Datum: 13.02.2016

Unter diesem Motto luden die Hanns-Seidel-Stiftung und die Gemeinschaft Sant’Egidio , die seit rund 50 Jahren im Friedenseinsatz tätig ist, zur Podiumsdiskussion bei der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz, um über christliche und jesidische Flüchtlinge und ihre Zukunft in und um Syrien zu diskutieren. Unter den zahlreich geladenen Gästen befanden sich auch der Geschäftsführer des Zentralrates orientalischer Christen in Deutschland e.V., Johannes Atug und der Friedensbotschafter des ZOCD, Simon Jacob.

Bundesminister Dr. Gerd Müller, S.E. EliasToumeh, Weihbischof der Erzdiözese Akkar in Syrien, Vian Dakhil, die einzige jesidische Abgeordnete des irakischen Parlaments, Professor Dr. Heiner Bielefeld, Lehrstuhlinhaber für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen und Dr. Heinrich Kreft, Gesandter der Deutschen Botschaft Madrid bildeten die exquisite Diskussionsrunde.

Der Krieg in Syrien war wie auch auf den anderen Veranstaltungen im Rahmen der Sicherheitskonferenz das beherrschende Thema. Ein erster medialer Aufschrei der die ganze Welt erreichte war 2014 die herzzerreißende Rede der einzigen jesidischen Abgeordneten des irakischen Parlamentes, Vian Dakhil, nach dem brutalen Überfall und dem Abschlachten der Jeziden durch den IS in Shingal. Damit erreichte sie nicht nur die „normale“ Bevölkerung sondern auch die Politik. Dennoch nahm die humanitäre Katastrophe in so kurzer Zeit ein Ausmaß an, dass man diese als die größte seit dem zweiten Weltkrieg bezeichnen kann. Die andauernden Kämpfe zwischen den verschiedenen oppositionellen Gruppierungen und die Gräueltaten des IS verschärfen die Lage weiterhin.

Mit rund 12 Millionen Flüchtlingen ist Syrien das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen der Welt. Viele Menschen möchten in ihrer angestammten Heimat verbleiben, sehen sich aufgrund der Perspektivlosigkeit jedoch gezwungen in das vermeintlich bessere Europa zu fliehen. Gerade in Anbetracht der daraus resultierenden Flüchtlingsströme und der mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin steigenden Flüchtlingszahlen darf in Deutschland keine Radikalisierung der Diskussion um die Flüchtlinge zugelassen werden. Darin waren sich alle Teilnehmer einig. Hierfür ist die Politik zum einen aufgerufen hier in Deutschland die rechtstaatlichen Prinzipien durchzusetzen, aber auch vor Ort humanitäre Hilfe und Wiederaufbauhilfe zu leisten. Grundvoraussetzung ist jedoch die Dialogbereitschaft der beteiligten Parteien für Friedensverhandlungen. Deutschland kann, wenn es will, dahingehend eine Vorreiterrolle einnehmen.

Daniela Hofmann
Redaktion

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