Das Peacemaker – Team bedankt sich sehr herzlich bei

Elen Iskander Youssef (Reporter),
Dhurgham Al-Fatlawi, Joseph Toma (Kamera)
Gabriel Asmar (Schnitt)
Augin Kurt-Haninke (Produzent)

von Assyria TV http://www.assyriatv.org/ für das ausführliche Interview und die Möglichkeit, die Etappen der Tour präsentieren zu können.

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Simon Jacob, 1978 im Tur Abdin (Südosttürkei) geboren, kam als Kind mit seinen Eltern aufgrund der religiösen und ethnischen Spannungen in der Türkei nach Deutschland. Durch seine zahlreichen Reisen und Kontakte sowie Reportagen für ARD und ZDF ist der ehemalige Vorsitzende des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland e.V. hervorragend informiert über die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten und in Deutschland. Im Rahmen des von ihm initiierten Projektes „Peacemaker-Tour“ legte er 2015/2016 als Friedensbotschafter des Zentralrates und freier Journalist in rund fünf Monaten über 40.000 km zurück und besuchte neben der Türkei, Georgien, Armenien und dem Iran auch die Krisengebiete in Nordsyrien und Nordirak.

Dabei sammelte er Eindrücke verschiedenster Natur. Im Gespräch mit Politikern, Geistlichen, Unternehmern und Anwälten, aber im Wesentlichen mit der einfachen Bevölkerung und im Besonderen mit Jugendlichen, versuchte er zu ergründen, was Frieden in einer Gesellschaft ausmacht und welche Schlüsselaspekte hierfür zum Tragen kommen.

Neben vielen positiven und schönen Momenten gab es auch immer wieder dunkle Kapitel, besonders im Irak und in Syrien, die ihn an der Menschlichkeit zweifeln ließen.

In den zweieinhalb Stunden des Interviews schildert der Journalist und zukünftige Buchautor seine Erlebnisse, die viele Bereiche streifen die gerade Europa interessieren sollten. Geopolitik und Demokratie, Religionsfreiheit und Menschenrechte, Krieg und Extremismus, Clanstrukturen und eine neue Frauenbewegung sind nur einige spannende Aspekte, die uns während des Interviews in Teilabschnitten näher gebracht wurden.

Im kritischen aber fairen Dialog sind wir mit Simon Jacob die einzelnen Abschnitte seiner Reise, die er uns aufgrund der limitierten Zeit nur teilweise schildern konnte, intensiv durchgegangen. Man könnte fast sagen, intensiv mit ihm noch einmal miterlebt haben.

Schlussfolgernd ist davon auszugehen, dass sich unser Blick Richtung Westen, aber auch Osten, verändern kann und vielleicht auch verändern sollte.

Syrien – Teil 4

Noch 2012 kämpften ungefähr 4000 bis 5000 Gruppierungen in Syrien miteinander, gegeneinander und untereinander.

Mehrere Jahre später und mit einem hohen Blutzoll auf allen Seiten, besonders Kinder und Frauen sind betroffen, stehen nur noch einige wenige Akteure auf dem Schlachtfeld.

Neben der extremistischen Al-Nusra und dem IS sind noch versprengte Rebellen aktiv, die sich der FSA (Freie Syrische Armee) zugehörig fühlen. Anhand konfessioneller Linien vollzieht sich vor den Augen der Welt ein Krieg, dessen Wunden lange Zeit benötigen werden, um zu verheilen. Syrien wird nicht mehr das sein, was es einst war. Das Assad Regime wird, mit Unterstützung Russlands und des Irans, aller Wahrscheinlichkeit nach seine Macht erhalten und neue Grenzen ziehen. Die Kurden im Norden Syriens, Verbündete der NATO und zusammen mit Suryoye (christliche Assyrer/ Aramäer/ Chaldäer), Turkmenen und sunnitischen Arabern eingebettet in eine militärische Struktur, haben sich als schlagfertigste Formation gegen den IS erwiesen, welche jedoch in Teilen vom Nato – Partnerstaat Türkei bekämpft wird.

Es ist bereits jetzt ersichtlich, dass in Syrien die alten Grenzen, die einst vor 100 Jahren von Briten und Franzosen mit dem Lineal gezogen wurden, hier ein Ende finden.

Die Zukunft ist in diesem, für den Europäer sehr komplex erscheinenden Gebilde, ungewiss. Noch unsicherer ist die Zukunft der Christen in der Region, die sich selber uneins sind.

Simon Jacob