Project Peacemaker zu Gast beim Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Augsburg

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein päpstlicher Orden, dem sowohl katholische Laien – Damen wie Herren – als auch Geistliche angehören. Seine Wurzeln gehen in das 14. Jahrhundert zurück, als die Wallfahrtsbewegung ins Heilige Land stetig wuchs. Damals wurde den Franziskanern vom Papst die Befugnis erteilt, adeligen Pilgern den Ritterschlag am Hl. Grab in Jerusalem zu erteilen. Heute erfolgt die Aufnahme in den Orden durch den Kardinal-Großmeister auf Vorschlag der Komturei, in der der Kandidat oder die Kandidatin lebt.

Als eine Gemeinschaft des Betens, der Spiritualität und des Handels hat der Orden nicht nur die Förderung der christlichen Lebensführung zum Ziel. Es werden auch Einrichtungen der Katholischen Kirche wie Kirchen, Schulen, Kindergärten, Altenheime oder Krankenstationen im Heiligen Land finanziell und materiell unterstützt. Er ist weltweit mit ca. 30.000 Mitgliedern in 35 Staaten vertreten. Rund 1400 Mitglieder davon leben in der Deutschen Statthalterei, verteilt auf 6 Ordensprovinzen und 38 Komtureien.

Auf Einladung der Komturei Augsburg, St. Ulrich und Afra, hatte Simon Jacob die Ehre, über Project Peacemaker und die Situation der Christen im Nahen Osten zu berichten. „Glaube und Vernunft. Vernunft und Glaube“. Dieses Leitthema des vorangegangenen Gottesdienstes griff Simon Jacob auch für seinen Vortrag auf. „Wider der Vernunft sei es gewesen, den Job zu kündigen und sich ohne große Planung auf den Weg zu begeben“, so Jacob. „Aber wir haben daran geglaubt und Leidenschaft bewiesen.“ Überhaupt habe sich der Glaube durch die gesamte Reise gezogen wie ein roter Faden. Angefangen bei den Gesprächen mit den Geistlichen der verschiedenen konfessionellen Strömungen, über die Besuche der Kirchen in den verschiedenen Ländern, bis hin zu den Massengräbern der Jeziden im Norden des Irak und der völlig zerstörten Stadt Sindschar. Gerade dort war es der Glaube, der ihn gestützt hat. Im Besonderen, als er ein Fotoalbum neben der Leiche eines halbverbrannten Dschihadisten fand und die Bilder von dessen Familie sah. Der empathische Vortrag und die Bilder und Videos dazu, ließen so manchem Gast sichtlich den Atem stocken. Dass aber gerade die Vernunft zusammen mit dem Glauben Hoffnung und Menschlichkeit hervorbringen, zeigte Simon Jacob zum Abschluss seines Vortrages mit einem Video-Interview von Abuna Joseph aus dem Kloster Mar Mattai.

Daniela Hofmann