Südosttürkei – „Leben in den Dörfern lebenswert machen“

Land: Türkei
Ort: Tur Abdin/ Mardin
Datum: 03.11.2015

Was verschlägt eine 33 – jährige Doktorandin der Politikwissenschaften, in Deutschland geboren und aufgewachsen, in eine unruhige Region wie Mardin?
Eine Hochburg der Kurden, die immer wieder aufgrund der Zuspitzung des Konfliktes zwischen den verschiedenen Parteien Unruhen durchleben muss.

In Dr. Leyla Ferman steckt mehr als man anfangs ahnt. Ihre Eltern, Jeziden aus Midyat und Batman, gingen einst aus Südostanatolien als Gastarbeiter nach Deutschland und der Rest der Familie später als Flüchtlinge, so wie auch viele Christen, um in Deutschland und Europa im Allgemeinen Schutz zu suchen. Im Rahmen ihrer Promotion – Thema: „Dezentralisierung und ethnische Konflikte“, den Schwerpunkt auf die „Kurdenfrage“ in der Türkei gelegt, entfachte sich ihr Interesse für die Völker dieser Region. Im Gespräch mit mir geht sie auf die Umstände ein, welche zu Konflikten führen. Fehlende freiheitliche Rechte, Menschenrechte, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, eine starke Migration in die Großstädte wegen fehlender Infrastruktur in ländlichen Regionen, sind dafür verantwortlich, dass Spannungen erst entstehen können. Leidtragende dieser Konflikte sind auch Minderheiten wie die uralte Religionsgemeinschaft der Eziden, die wieder, wenigstens temporär, in ihre alte Heimat zurückkehren soll.
Gerade die pro – kurdische Partei HDP, die bei den aktuellen Wahlen gerade noch die 10 % Hürde bewältigen konnte, steht für solch eine offene Politik, in der alle Minderheiten einen Platz haben.
Ob die Türkei in ihrer jetzigen Konstellation dies ebenfalls so sieht, bleibt abzuwarten.

Denn, laut Dr. Ferman, ist es die Angst vor Gewalt und dem Druck der AKP, ausgelöst durch eben solch einen Zustand der Unsicherheit, der Wählerstimmen gekostet hat.

„Viele Bürger der Türkei erhofften sich mit der Stimmenabgabe an die AKP Ruhe im Land, eine starke Hand, allerdings wird dies angesichts der anhaltenden Verhaftungen Oppositioneller, Repressionen, Ausgangssperren etc. auf Kosten der Demokratie gehen. Dies wurde vielen Bürgern während des Wahlkampfes durch einseitige Berichterstattung der Medien, die mehrheitlich der AKP nahe sind suggeriert.“

Der andere Weg, der demokratische, sei wesentlich schwieriger, so die Politikwissenschaftlerin.
Aber es sollte nur diesen Weg geben, denn das Leben sei dies Wert. Und weil dem so ist, hat sie sich dafür entschieden die nächsten Jahre an vielen Projekten der Stadt Mardin mitzuwirken, um gemeinsam mit allen Ethnien neue Perspektiven zu schaffen. In diesem Zusammenhang, zuständig für internationale Beziehungen, sucht die junge und hochmotivierte Wissenschaftlerin nach deutschen Partnergemeinden, die ihr bei der Umsetzung der verschiedenen Projekte, so z.B. eine Initiative um das Leben in Dörfern lebenswerter zu machen, behilflich sind.

Kontakt:
Dr. Leyla Ferman, Foreign Relations Advisor, Mardin Metropolitan Municipality
Mail: leylaferman@mardin.bel.tr
www.mardin.bel.tr

Simon Jacob, Tur Abdin, Mardin – 04.11.2015

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