27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Es fällt schwer die richtigen Worte zu finden, um den Lagerkomplex Ausschwitz zu beschreiben. Am Westrand der Stadt Oswiecim im vom Deutschen Reich annektierten Teil Polens gelegen, wurde hier von 1940 bis 1945 von der deutschen SS (Schutzstaffel), die im April 1925 von Hitler als seine persönliche „Leib- und Prügelgarde“ in München gegründet wurde, einer der schrecklichsten Orte geschaffen, der über 1,1 Millionen Menschen das Leben kostete. Manche Schätzungen sprechen sogar von bis zu 1,5 Millionen Toten.

Dieser Komplex bestand nicht nur aus dem Konzentrationslager Ausschwitz, dem Konzentrationslager Monowitz und ca. 50 weiteren Außenlagern, sondern auch aus dem Vernichtungslager Birkenau. Einem von sieben Vernichtungslagern, die in der Zeit des Nationalsozialismus für gezielte Massenmorde an europäischen Juden errichtet wurden.

Heute vor 72 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde dieser Komplex von der Roten Armee befreit.

Daher wurde dieser Tag 1996 in Deutschland als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Im Jahr 2005 wurde er auch von den Vereinten Nationen zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erklärt
An ihm wird aller Opfer der totalitären Nazi-Diktatur gedacht. Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und Millionen weiterer Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

In seiner Proklamation führte Roman Herzog damals aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

„Ich habe gelernt, dass wir nicht schweigen dürfen und dass jeder Einzelne von uns gegen das Böse in Gestalt von Rassismus, Diskriminierung, Vorurteilen, Unmenschlichkeit kämpfen muss.“ (Sabina van der Linden bei der Einweihung des Holocaust-Mahnmals in Berlin)
Die Gefahr der Wiederholung ist aktuell größer denn je, treiben doch radikale und extremistische Gruppierungen den Keil immer tiefer in die Gesellschaft. Es liegt an uns allen, dies durch einen vernünftigen und respektvollen Dialog auf Augenhöhe unter Berücksichtigung der Faktoren Wirtschaft, Sicherheit, Umwelt und Demografie, zu verhindern.

Ich gedenke der Opfer und werde nicht schweigen.

Daniela Hofmann