TAGUNG DORTMUND – PRÄVENTIVMASSNAHMEN GEGEN RASSISMUS UND EXTREMISMUS ….

Was kann man tun ?

Ich bin davon überzeugt und der festen Auffassung, dass ausschließlich der Dialog unter den Religionen, Ethnien und Kulturen zu einer friedlichen Gesellschaft führen kann.
Um dem entgegenzuwirken, was uns alle plagt.

Am 09. März 2017 fand in Dortmund, auf Einladung der Auslandsgesellschaft NRW, eine Tagung statt, die sich mit dem Thema Rassismus und Terror beschäftigte.
Naben zahlreichen Workshops fand auch eine Podiumsdiskussion statt, an der ich als Vertreter des ZOCDs teilnehmen durfte.
Die weiteren Teilnehmer waren:

Erzbischof Atallah Hanna, Erzbischof von Jerusalem
Simon Jacob, Friedensbotschafter des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland e. V. (ZOCD)
Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD)
Dr. Detlef Görrig, Oberkirchenrat¸ Referent für Interreligiösen Dialog
Dr. Miled Abboud, Pfarrer der arabischen Christen in Münster
Bilal Moussawi, Vorstand für Jugendarbeit, Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland e.V. (IGS)

Das Podium wurde souverän moderiert von Professor Dr. Aladin El – Mafaalani

Doch den meisten Eindruck auf mich haben die offen geführten Gespräche mit jungen Muslimen gemacht.
In einem der Workshops, bei dem es um Präventivmaßnahmen und die Frage, wie man Jugendliche erreichen kann bevor sie sich radikalisieren, ging, hielt ich Kurzreferat.
An dieses knüpfte der zweite Referent, Osamah Al-Doaiss, (Sprecher, Muslime in der Union), nahtlos an.
Auch hier leitete der Moderator, Dr. Assem Aweimer, (Jugend des islamischen Kulturvereins Bochum) strukturiert und koordiniert durch das Programm.

Besonders Al – Doaiss, ein junger Mensch mit erfahrenem Weitblick, scheint Schlüsselfaktoren zu erkennen, die zu Radikalismus führen.
Gerade die Gespräche in diesem Workshop mit den vielen jungen Menschen, die ihre Wurzeln in Marokko, Syrien, Palästina, Israel, Bosnien, Irak, Deutschland usw. haben, waren bedeutender und wichtiger als die Podiumsdiskussion.

Hier konnten über eine Stunde lang kritische Themen erörtert werden. In einer angenehmen Debattieratmosphäre.
In diesem Zusammenhang durfte ich auch Hassan Geuad kennenlernen, einen jungen Muslim mit irakischen Wurzeln, der durch mediale Projekte – https://www.facebook.com/12thmemorise – das Gewaltpotential der eigenen Religion kritisch hinterfragt.
Mutig, offen und proaktiv.
Dies führte zu internen Debatten gerade zwischen sunnitischen und schiitischen Jugendlichen.
Aber ist es nicht genau das was wir benötigen?

Mutige Debatten ausgelöst durch mutige Menschen?

Die Teilnehmer der Runde hatten Mut bewiesen und ich hoffe, dass dies nur der Anfang eines neuen Dialoges war, welcher vor allem durch die Impulse junger deutscher Muslime, Christen, Juden, Atheisten … mit und ohne Migrationshintergrund, weitergeführt wird.

Zu danken habe ich im Besonderen auch Dr. Berthold Gees, kurz Dr. B.G. genannt, der sich einen Tag freigenommen hat, um privat das Thema in Bild und Ton erfassen zu können.

Dr. B.G, vielen Dank dafür!

Ich persönlich als Journalist, aber auch als Vertreter des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland, werde mich weiterhin für den offenen und ehrlichen Dialog einsetzen.
Die jungen Menschen, die daran teilnehmen, sind es wert!

Simon Jacob, München, 13. März 2017