Zu Gast bei den Rittern des Heiligen Lazarus zu Jerusalem, Priorat in Deutschland e.V.

Der Name Lazarus (hebr. Elʿāzār „Gott hat geholfen“) findet sich in der Heiligen Schrift für zwei verschiedene Personen. Laut dem Johannesevangelium befand sich Lazarus aus Bethanien im engeren Freundeskreis Jesu und wurde von diesem vom Tode auferweckt. Zum anderen kennt das Lukasevangelium das Gleichnis „Vom reichen Mann und armen Lazarus“, einem kranken Bettler, dessen Körper von Geschwüren übersäht war.

Bereits um das ausgehende dritte Jahrhundert nach Christus wurde von armenischen Mönchen das St. Lazarus Hospital in Jerusalem gegründet, welches als der Ursprung des Ordens, der an sich um das Jahr 1098/1099 gegründet worden sein dürfte, angesehen wird. Aus der ursprünglichen krankenpflegerischen Tätigkeit leitet sich auch der Begriff des Lazaretts ab. Aufgrund der zunehmenden kriegerischen Entwicklungen im Heiligen Land wandelte sich der Lazarus – Orden in einen militärischen Orden und nahm an den verschiedenen Kreuzzügen teil. Nach dem Verlust des Heiligen Landes zog sich der Orden nach Europa zurück, wo er bis heute, vertreten in verschiedenen Ländern, ins besondere seinen hospitalischen Aufgaben nachgeht.

Eines der Projekte, das aktuell tatkräftig von den Rittern des Heiligen Lazarus zu Jerusalem, Priorat in Deutschland e.V. unterstützt wird, ist das von Seiner Seligkeit Patriarch Gregorios III. erbaute „Al Saher“ Krankenhaus in Khebab, welches rund 50 km südlich von Damaskus liegt. Bereits seit mehr als sechs Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den verschiedenen oppositionellen Rebellen-Gruppen. Die Leidtragenden sind im Besonderen die einfachen Bürger, die Kinder, die Kranken und Behinderten, die aus den Kriegsgebieten fliehen müssen. Sie sehen sich ihrer Lebensgrundlage und Zukunftsperspektiven beraubt. Um die zurückgebliebenen Menschen zumindest notdürftig versorgen zu können, wurde das Krankenhaus durch die von den Lazarus-Ordensgeschwistern von Hand in sechs 40-Fuß Container verladenen Güter wie Betten, medizinische Geräte und vielem mehr, unterstützt, wie S.E. Prior Lothar A. Kestler in einer Ansprache bei den diesjährigen Lazarustagen in Bamberg erläuterte. Insgesamt hatte das Hilfsmaterial ein Gewicht von ca. 240 Tonnen. Da in Deutschland jedoch die Räumlichkeiten für die kostenfreie Lagerung von Hilfsgütern jetzt weggefallen sind, sei man nun notgedrungen vermehrt auf Spenden angewiesen, um das Krankenhaus Seiner Seligkeit auch weiterhin unterstützen zu können. Hierfür ist unter anderem auch für Freitag, 13. Oktober 2017 in der Münchner St. Paulskirche ein Benefizkonzert mit dem a-Cappella Ensemble Sonat Vox geplant.

Da der Patriarch der Melkitisch-Griechisch-Katholischen Kirche nicht nur der geistliche Protektor des Lazarusordens sondern auch Mitglied im Kuratorium des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland e.V. ist, war es mir eine besondere Ehre, den Zentralrat bei den Lazarustagen in Bamberg zu vertreten. Zusammen mit den Mitgliedern der Ritter des heiligen Lazarus zu Jerusalem, Priorat in Deutschland e.V. konnte ich zudem an der feierlichen Palmprozession und dem anschließenden Pontifikalamt mit S.E. Erzbischof Schick teilnehmen.

Daniela Hofmann
Vorsitzende Project Peacemaker e.V.

Weitere Information über den Lazarusorden finden Sie auf der Webseite www.lazarusorden.org

Bilder mit freundlicher Genehmigung der Ritter des Hl. Lazarus zu Jerusalem